30. August 1980 – Stettiner Abkommen, Barclay James Harvest und Die Bären sind los

Marian Jurczyk und Vertreter der polnischen Regierung unterzeichneten in der Stettiner Werft das Stettiner Abkommen. Die Vereinbarung beendete die Streiks in Westpommern und sah unter anderem die Bildung selbstverwalteter Gewerkschaften vor.

Barclay James Harvest gaben vor dem Reichstagsgebäude in West-Berlin ein kostenloses Open-Air-Konzert. Rund 175.000 Menschen versammelten sich auf dem Platz der Republik unmittelbar an der Berliner Mauer.

Das ZDF zeigte die Folge „Die Wette“ aus der US-Serie „Die Bären sind los“ erstmals im deutschen Fernsehen. Trainer Buttermaker sollte darin einen Jungen zur Rückkehr in die Schule bewegen und machte daraus eine sportliche Herausforderung.

29. August 1980 – UB40 veröffentlichen Signing Off, Stau startet im Kino, Der Alte zeigt Der Detektive und kubanische Flüchtlinge stürmen Braniff-Flug 920

UB40 veröffentlichten ihr Debütalbum „Signing Off“. Die britische Reggae-Band verband darauf Reggae und Dub mit sozialkritischen Texten. Der Titel bezog sich auf das Abmelden von der Arbeitslosenunterstützung.

„Stau“ von Regisseur Luigi Comencini startete in den deutschen Kinos. In dem international besetzten Film mit Marcello Mastroianni, Alberto Sordi und Gérard Depardieu geraten Reisende in einen gewaltigen Verkehrsstau.

Das ZDF zeigte „Der Detektive“, eine neue Folge der Krimiserie „Der Alte“. Siegfried Lowitz ermittelte darin erneut als Kommissar Erwin Köster. Die Episode gehörte zur vierten Staffel der erfolgreichen Fernsehreihe.

Kubanische Flüchtlinge stürmten auf dem Flughafen von Lima eine Maschine des Braniff-Flugs 920 und verlangten einen Weiterflug in die USA. Mehr als 160 Menschen gelangten an Bord, nachdem sie Absperrungen des Flughafens überwunden hatten.

28.08.1980 – Berlin Alexanderplatz in Venedig, Emil Zátopek im ZDF, Tracy Austin bei den US Open, Jimmy Carters Wirtschaftsprogramm

Rainer Werner Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ wurde beim Filmfestival in Venedig uraufgeführt. Die monumentale Verfilmung von Alfred Döblins Roman bestand aus 13 Teilen und einem Epilog und brachte es insgesamt auf mehr als 15 Stunden Laufzeit.

Das ZDF zeigte Hans-Dieter Grabes Porträt „Emil Zátopek oder Dana sagt: Bier macht dumm“. Der frühere tschechoslowakische Langstreckenläufer erzählte darin von seinen sportlichen Erfolgen, seinem Leben und den Folgen seines politischen Engagements von 1968.

Tracy Austin besiegte Rosemary Casals in der zweiten Runde der US Open mit 6:0 und 6:0. Die erst 17 Jahre alte Titelverteidigerin ließ ihrer 31-jährigen Gegnerin im National Tennis Center in New York keinen einzigen Spielgewinn.

US-Präsident Jimmy Carter stellte ein neues Programm zur wirtschaftlichen Erneuerung vor. Vorgesehen waren unter anderem Steuerentlastungen, Investitionsanreize für Unternehmen, zusätzliche Hilfen für strukturschwache Regionen und Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit.

27.08.1980 – Talking Heads in New York, The Fog in deutschen Kinos, Onkel Bräsig im ARD-Fernsehen, Chun Doo-hwan in Südkorea, Douglas Kenney auf Kauai

Talking Heads spielten beim Dr. Pepper Summer Music Festival im Wollman Rink in New York. Neben bekannten Stücken wie „Psycho Killer“ standen bereits mehrere Titel des noch unveröffentlichten Albums „Remain in Light“ auf dem Programm.

John Carpenters Horrorfilm „The Fog – Nebel des Grauens“ startete in den deutschen Kinos. Die Geschichte über eine geheimnisvolle Nebelbank und die düstere Vergangenheit einer kalifornischen Küstenstadt gehörte zu Carpenters neuen Kinoarbeiten.

Die ARD zeigte mit „Läufer Halsband“ die erste Folge der dritten Staffel von „Onkel Bräsig“. Die norddeutsche Fernsehserie nach Motiven von Fritz Reuter erzählte erneut humorvolle Geschichten aus dem Mecklenburg des 19. Jahrhunderts.

General Chun Doo-hwan wurde von der Nationalen Konferenz für Wiedervereinigung zum Präsidenten Südkoreas gewählt. Er trat ohne Gegenkandidaten an und erhielt 2.524 Stimmen. Seine Amtseinführung war für den 1. September vorgesehen.

Der amerikanische Autor und Satiriker Douglas Kenney starb auf der hawaiianischen Insel Kauai nach einem Sturz von einer Klippe. Kenney hatte das Magazin „National Lampoon“ mitbegründet und an den Filmkomödien „Animal House“ und „Caddyshack“ mitgearbeitet.

26.08.1980 – Queen in Providence, Hildegard Knef in Die Drehscheibe, Tex Avery gestorben, Flugzeugabsturz bei Jakarta

Queen spielten vor rund 14.000 Zuschauern im Civic Centre von Providence. Auf der „The Game“-Tour standen unter anderem „Another One Bites the Dust“, „Crazy Little Thing Called Love“, „Bohemian Rhapsody“ und „We Are the Champions“ auf dem Programm.

Hildegard Knef trat in der ZDF-Sendung „Die Drehscheibe“ auf und sang „The Lady Is a Tramp“ sowie „Wenn’s dem Esel zu gut geht“. Zu den weiteren Gästen der Ausgabe gehörten die Kessler-Zwillinge, The Human League und Alfred Biolek.

Der amerikanische Zeichentrickregisseur Tex Avery starb im Alter von 72 Jahren in Burbank. Er hatte bei Warner Bros. und MGM gearbeitet und Figuren wie Daffy Duck, Bugs Bunny und Droopy entscheidend geprägt sowie zahlreiche rasante und surrealistische Kurzfilme inszeniert.

Eine Vickers Viscount der Bouraq Indonesia Airlines stürzte beim Anflug auf Jakarta ab. Alle 37 Menschen an Bord kamen ums Leben. Ursache war ein gebrochenes Bauteil der Höhenrudersteuerung; das Flugzeug stürzte in ein Sumpfgebiet.

25. August 1980 – Jahrhundertring in Bayreuth, Cruising mit Al Pacino, Konrad Lorenz im ZDF und Zimbabwe in der UNO

Der „Jahrhundertring“ von Patrice Chéreau und Pierre Boulez verabschiedete sich bei den Bayreuther Festspielen mit der letzten „Götterdämmerung“. Die zunächst heftig umstrittene Wagner-Inszenierung wurde zum Abschluss mit lang anhaltendem Beifall gefeiert.

William Friedkins Thriller „Cruising“ mit Al Pacino startete in den westdeutschen Kinos. Pacino spielte einen Polizisten, der undercover in der New Yorker Schwulenszene nach einem Serienmörder suchte. Schon bei seiner Entstehung hatte der Film heftige Kontroversen ausgelöst.

Konrad Lorenz war im ZDF in „Zeugen des Jahrhunderts“ zu sehen. Der österreichische Verhaltensforscher und Nobelpreisträger stand im Mittelpunkt des ersten Teils eines ausführlichen Fernsehporträts; die Fortsetzung wurde eine Woche später ausgestrahlt.

Zimbabwe wurde als 153. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. Die UN-Generalversammlung beschloss die Aufnahme des erst wenige Monate zuvor unabhängig gewordenen Staates und setzte damit einen wichtigen Schlusspunkt unter die internationale Anerkennung des neuen Landes.

24.08.1980 – The Cure in Melbourne, Abgeordnete im ZDF, Regierungswechsel in Polen, Yootha Joyce gestorben

The Cure spielten im Macy’s Hotel in Melbourne. Der kleine Club war dicht gefüllt, und die Band um Robert Smith präsentierte auf ihrer ersten Australien-Tour Stücke aus „Seventeen Seconds“ sowie älteres Material. Für mehrere Zugaben wurden sogar bereits gespielte Songs wiederholt.

Das ZDF startete die fünfteilige Reihe „Abgeordnete – Szenen deutscher Politik“. Eine Mischung aus Spielszenen, Dokumentation und Moderation erzählte die Geschichte des deutschen Parlamentarismus von 1847 bis zum konstruktiven Misstrauensvotum gegen Willy Brandt 1972.

Polens Ministerpräsident Edward Babiuch wurde während der schweren Streikkrise von seinem Amt abgelöst. Józef Pińkowski übernahm die Regierung, während Parteichef Edward Gierek zugleich weitere personelle Veränderungen in der Führung der Volksrepublik durchsetzte.

Die britische Schauspielerin Yootha Joyce starb im Alter von 53 Jahren in London. Besonders bekannt war sie als Mildred Roper in den Fernsehkomödien „Man About the House“ und „George and Mildred“, in denen Brian Murphy ihren Ehemann George spielte.

23.08.1980 – Iron Maiden beim Reading Festival, Frank Rijkaards Ajax-Debüt, Verhandlungen auf der Danziger Werft, Gerhard Hanappi gestorben

Iron Maiden traten beim Reading Festival auf. Paul Di’Anno sang, Steve Harris spielte Bass, Dave Murray und Dennis Stratton Gitarre, Clive Burr Schlagzeug. Zum Set gehörten „Prowler“, „Remember Tomorrow“, „Killers“, „Running Free“ und „Iron Maiden“.

Frank Rijkaard gab mit 17 Jahren sein Ligadebüt für Ajax Amsterdam. Beim 4:2-Auswärtssieg gegen Go Ahead Eagles erzielte der junge Mittelfeldspieler gleich ein Tor und machte damit bei seinem ersten Einsatz in der ersten Mannschaft auf sich aufmerksam.

Die polnische Regierung erkannte in Danzig das überbetriebliche Streikkomitee als Verhandlungspartner an. Vizepremier Mieczysław Jagielski traf im Lenin-Werftgelände mit der von Lech Wałęsa geführten Delegation der streikenden Arbeiter zusammen.

Der frühere österreichische Fußball-Nationalspieler und Architekt Gerhard Hanappi starb im Alter von 51 Jahren in Wien. Der langjährige Rapid-Spieler hatte 93 Länderspiele für Österreich bestritten und auch an den Weltmeisterschaften 1954 und 1958 teilgenommen.

22.08.1980 – Yes veröffentlichen Drama, Derrick – Zeuge Yurowski im ZDF, Regierungsverhandlungen mit polnischen Streikenden, James S. McDonnell gestorben

Yes veröffentlichten das Album „Drama“. Nach dem Ausstieg von Jon Anderson und Rick Wakeman übernahmen Trevor Horn den Gesang und Geoff Downes die Keyboards. Die neue Besetzung verband den Progressive Rock der Band mit deutlich moderneren New-Wave-Einflüssen.

Das ZDF zeigte die neue „Derrick“-Folge „Zeuge Yurowski“. Horst Tappert ermittelte als Oberinspektor Stephan Derrick in einem Fall mit Christian Quadflieg, Sepp Wäsche und Manfred Seipold. Regie führte Helmuth Ashley.

Die polnische Regierung nahm erstmals direkte Kontakte zu den überbetrieblichen Streikkomitees an der Ostseeküste auf. Regierungsvertreter begannen Gespräche mit den organisierten Arbeitern in Danzig und Stettin, die unter anderem unabhängige Gewerkschaften forderten.

James S. McDonnell starb im Alter von 81 Jahren. Der amerikanische Luftfahrtpionier hatte die McDonnell Aircraft Corporation gegründet, aus der nach der Fusion mit Douglas Aircraft der Flugzeug- und Raumfahrtkonzern McDonnell Douglas hervorging.

21.08.1980 – Chers Black Rose, Die Seewölfe kommen, Spielbergs Duell, Cliff Richard bei Top of the Pops und der Brand auf K-122

Chers Rockband Black Rose veröffentlichte ihr selbstbetiteltes Album. Die Sängerin trat dabei bewusst als Mitglied einer Band auf; Gitarrist Les Dudek gehörte ebenfalls zur Besetzung. Produziert wurde die Rockplatte von James Newton Howard.

„Die Seewölfe kommen“ startete in den deutschen Kinos. Andrew V. McLaglens Kriegsabenteuer brachte mit Gregory Peck, Roger Moore, David Niven und Trevor Howard gleich mehrere internationale Stars gemeinsam auf die Leinwand.

Steven Spielbergs Thriller „Duell“ feierte seine deutsche Fernsehpremiere bei NDR, Radio Bremen und SFB III. Dennis Weaver spielte einen Autofahrer, der auf einer einsamen Straße von einem Tanklastwagen verfolgt und immer stärker bedroht wurde.

Cliff Richard moderierte gemeinsam mit Steve Wright eine Ausgabe von „Top of the Pops“. Zum Programm gehörten unter anderem The Jam mit „Start!“, Sheena Easton mit „Modern Girl“ und David Bowies damaliger Nummer-eins-Hit „Ashes to Ashes“.

Auf dem sowjetischen Atom-U-Boot K-122 brach östlich von Okinawa ein schweres Feuer aus. Vierzehn Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Das beschädigte U-Boot setzte einen Notruf ab, lehnte jedoch Hilfe japanischer Schiffe und Flugzeuge ab.