Steven Spielberg – der Regisseur zwischen Abenteuer, Angst und Geschichte

Steven Spielberg gehört zu den Regisseuren, deren Filme weit über das Kino hinaus Teil der Popkultur geworden sind. Ein weißer Hai vor einem Badeort, ein Außerirdischer in einem Kinderzimmer, ein Archäologe mit Hut und Peitsche oder Dinosaurier in einem Freizeitpark: Spielberg verstand es immer wieder, einfache Ausgangsideen in Bilder zu verwandeln, die einem Millionenpublikum im Gedächtnis blieben. Gleichzeitig beschränkte er sich nie auf Unterhaltung. Mit Filmen wie „Schindlers Liste“ und „Der Soldat James Ryan“ wandte er sich historischen Stoffen zu und veränderte damit auch das Bild, das viele von ihm als reinem Blockbuster-Regisseur hatten.

Spielberg wurde 1946 in Cincinnati geboren und begann schon früh, eigene Filme zu drehen. Seine professionelle Karriere entwickelte sich zunächst im amerikanischen Fernsehen. Ein entscheidender Schritt war 1971 „Duell“, die Geschichte eines Autofahrers, der von einem unbekannten Lastwagenfahrer verfolgt wird. Mit einfachen Mitteln erzeugte Spielberg eine zunehmende Bedrohung, ohne den Gegner ausführlich erklären zu müssen. Vier Jahre später wurde aus dem jungen Fernsehregisseur mit „Der weiße Hai“ einer der wichtigsten Namen Hollywoods. Der Thriller wurde zu einem enormen Kinoerfolg und gilt als ein Wegbereiter des modernen Sommer-Blockbusters.

Welche Filme machten Steven Spielberg berühmt?

Nach „Der weiße Hai“ folgte 1977 „Unheimliche Begegnung der dritten Art“. In den 1980er Jahren wurde Spielberg endgültig zu einer prägenden Figur des populären Kinos. Gemeinsam mit George Lucas entwickelte er Indiana Jones; „Jäger des verlorenen Schatzes“ kam 1981 ins Kino und verband Abenteuerfilm, Humor und aufwendige Actionszenen.

Schon ein Jahr später folgte „E.T. – Der Außerirdische“. Hinter der Science-Fiction-Geschichte über ein gestrandetes Wesen und einen Jungen verbarg sich zugleich ein Film über Kindheit, Einsamkeit und Familie. Spielberg verband spektakuläre Einfälle häufig mit Figuren, die auf sehr persönliche Weise auf außergewöhnliche Situationen reagieren mussten. Genau diese Mischung wurde zu einem wiederkehrenden Merkmal seiner Arbeit.

Auch als Produzent prägte Spielberg das Unterhaltungskino der 1980er Jahre. Sein Name war mit Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ oder „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ verbunden, obwohl er dort nicht selbst Regie führte. Dadurch wurde Spielberg zunehmend nicht nur als Filmemacher, sondern als eine zentrale Figur der amerikanischen Filmindustrie wahrgenommen.

Warum war 1993 ein besonderes Jahr für Spielberg?

1993 brachte Spielberg zwei völlig unterschiedliche Filme heraus. „Jurassic Park“ verband mechanische Dinosauriermodelle mit damals bahnbrechenden computergenerierten Effekten und wurde zum weltweiten Publikumserfolg. Im selben Jahr entstand „Schindlers Liste“, sein schwarz-weiß gedrehtes Drama über Oskar Schindler und die Ermordung der europäischen Juden während des Holocaust. Der Film gewann sieben Oscars, darunter die Auszeichnungen für den besten Film und die beste Regie.

Die Arbeit an „Schindlers Liste“ hatte auch Folgen außerhalb des Kinos. Spielberg gründete 1994 die Survivors of the Shoah Visual History Foundation, um Zeugnisse von Holocaustüberlebenden und anderen Zeitzeugen auf Video festzuhalten und dauerhaft zu bewahren. Aus dieser Initiative entwickelte sich die heutige USC Shoah Foundation mit einem umfangreichen Archiv audiovisueller Zeitzeugenberichte.

Was macht Steven Spielbergs Filme besonders?

Spielbergs Filme lassen sich kaum einem einzigen Genre zuordnen. Abenteuer, Science-Fiction, Krieg, historische Dramen und Thriller stehen nebeneinander. Wiederkehrend ist jedoch sein Gespür für visuelles Erzählen. Bedrohungen werden häufig erst nach und nach sichtbar, während Kamera, Schnitt und Musik die Spannung aufbauen. Ebenso wichtig sind Staunen, familiäre Beziehungen und Figuren, die mit Situationen konfrontiert werden, die größer sind als sie selbst.

Seine Karriere verbindet dabei zwei Seiten, die im Kino nicht selbstverständlich zusammenfinden: populäre Unterhaltung und historisch ernste Stoffe. Spielberg konnte mit Dinosauriern, Außerirdischen und Abenteurern ein Millionenpublikum erreichen und zugleich Filme über Holocaust, Krieg und politische Geschichte drehen. Gerade diese ungewöhnliche Spannweite erklärt, warum sein Werk über Jahrzehnte hinweg einen festen Platz in der Filmgeschichte behalten hat.

Nachrichten
21.08.1980 – Chers Black Rose, „Die Seewölfe kommen“, Spielbergs „Duell“, Cliff Richard bei „Top of the Pops“ und der Brand auf K-122

Quellen
▪︎ British Film Institute: „Where to begin with Steven Spielberg“
▪︎ British Film Institute: „10 great films that inspired Steven Spielberg“
▪︎ Academy of Motion Picture Arts and Sciences: „Oscars Notebook – Steven Spielberg“
▪︎ USC Shoah Foundation: „Our Journey: 30 Years“

Ein Kommentar zu „Steven Spielberg – der Regisseur zwischen Abenteuer, Angst und Geschichte

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