Am Montag, dem 21. Juli 1980, beginnt die neue Chartwoche mit einem großen Sprung für Olivia Newton-John und das Electric Light Orchestra: „Xanadu“ steigt in Deutschland um 19 Plätze. Währenddessen fallen bei den Olympischen Spielen in Moskau gleich mehrere Entscheidungen im Schwimmbecken. Barbara Krause verbessert ihren eigenen Weltrekord über 100 Meter Freistil, der junge Schwede Bengt Baron überrascht die sowjetischen Favoriten im Rückenschwimmen, und Sergej Kopljakow stellt über 200 Meter Freistil einen olympischen Rekord auf. In den Vereinigten Staaten müssen sich unterdessen erstmals seit Jahren wieder junge Männer für das Selective Service System registrieren.

Die Geschichte des Tages: „Xanadu“ springt in Deutschland von Platz 30 auf Platz 11

Die neue Ausgabe der deutschen Singlecharts bringt heute einen der auffälligsten Aufstiege des Sommers: Olivia Newton-John und das Electric Light Orchestra verbessern sich mit „Xanadu“ innerhalb einer Woche von Platz 30 auf Platz 11. Der Titelsong des gleichnamigen Musikfilms steht damit unmittelbar vor dem Einzug in die ersten zehn Plätze.

Die Zusammenarbeit verbindet zwei sehr unterschiedliche musikalische Handschriften. Olivia Newton-John ist vor allem als Sängerin melodischer Pop- und Countrytitel bekannt. Das Electric Light Orchestra, häufig zu ELO verkürzt, gehört zu den britischen Rockgruppen, die Gitarren, Keyboards und orchestrale Streicherarrangements besonders konsequent miteinander verbinden. Geschrieben und produziert wurde „Xanadu“ von ELO-Leiter Jeff Lynne.

Der Titel beginnt mit einem schimmernden Klang aus Keyboards, Streichern und mehrstimmigem Hintergrundgesang. Über einem gleichmäßigen Discorhythmus singt Newton-John von einem fantastischen Ort, an dem Träume Wirklichkeit werden sollen. Das Arrangement verbindet den Glanz der späten Discojahre mit der aufwendigen Studiotechnik des orchestralen Pop.

Der dazugehörige Film ist in der Bundesrepublik noch nicht regulär angelaufen. Dennoch sorgt die Single bereits für Aufmerksamkeit. Schallplatte und Filmwerbung greifen ineinander: Ein Song kann das Publikum mit einem Kinoprojekt vertraut machen, bevor dessen Bilder überhaupt auf der Leinwand zu sehen sind.

Auch international bleibt „Xanadu“ präsent. In Großbritannien stand die Single bereits an der Spitze und belegt in der aktuellen Woche Platz zwei. Dort wurde sie gerade von Odysseys Discoaufnahme „Use It Up and Wear It Out“ abgelöst. In Deutschland ist der heutige Sprung um 19 Positionen die stärkste Bewegung im oberen Bereich der Hitparade. 

Musik, Songs und Künstler

Frank Zappa erreicht mit „Bobby Brown“ Platz sechs

Frank Zappa steigt mit „Bobby Brown“ von Platz sieben auf Platz sechs und erreicht damit eine neue Höchstposition in Deutschland. Der amerikanische Gitarrist, Komponist und Bandleader ist eher für komplexe Alben, musikalische Satire und lange Instrumentalpassagen bekannt als für eingängige Hitsingles.

„Bobby Brown“ besitzt jedoch eine leicht wiedererkennbare Melodie und einen Refrain, der sich deutlich vom häufig sperrigen Aufbau anderer Zappa-Stücke unterscheidet. Hinter der freundlichen Oberfläche verbirgt sich ein provokanter englischer Text. Da viele Hörer dessen Inhalt nicht unmittelbar verstehen, läuft die Aufnahme dennoch häufig im Radio und entwickelt sich zu einem ungewöhnlichen deutschen Charterfolg. Nach zehn Wochen in der Hitparade steht Zappa heute so hoch wie nie zuvor. 

Sky bringt Bach mit elektrischen Instrumenten auf Platz 13

Die britische Instrumentalgruppe Sky verbessert sich mit „Toccata“ von Platz 19 auf Platz 13. Grundlage des Stücks ist die berühmte „Toccata und Fuge in d-Moll“, die Johann Sebastian Bach zugeschrieben wird.

Sky überträgt das dramatische Orgelmotiv auf elektrische Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboards. Die Musiker spielen das Werk nicht als streng klassische Interpretation, sondern verwandeln es in ein rhythmisch präzises Rockstück. Nach fünf Chartwochen erreicht die Single heute ihre bisher beste Platzierung. Zwischen Disco, Popsongs und Rockabilly zeigt „Toccata“, dass auch eine mehrere Jahrhunderte alte Komposition im Schallplattenmarkt des Jahres 1980 bestehen kann. 

Menschen und Geschichten

Barbara Krause schwimmt in Moskau neuen Weltrekord

Barbara Krause gewinnt heute das olympische Finale über 100 Meter Freistil und verbessert dabei ihren eigenen Weltrekord. Die 21-jährige Schwimmerin aus der DDR erreicht das Ziel nach 54,79 Sekunden.

Bereits im Vorlauf hatte Krause als erste Frau die Strecke in weniger als 55 Sekunden bewältigt. Im Finale unterbietet sie diese Marke noch einmal. Hinter ihr sichern Caren Metschuck und Ines Diers der DDR auch Silber und Bronze. Metschuck schlägt nach 55,16 Sekunden an, Diers nach 55,65 Sekunden.

Damit gehen sämtliche Medaillen dieses Wettbewerbs an dieselbe Mannschaft. Die drei Schwimmerinnen liegen deutlich vor der sowjetischen Viertplatzierten Olga Klewakina, die 57,40 Sekunden benötigt. Krauses Weltrekord macht das Rennen zu einer der herausragenden Entscheidungen des heutigen olympischen Programms. 

Bengt Baron überrascht die sowjetischen Rückenschwimmer

Über 100 Meter Rücken gewinnt der erst 18-jährige Schwede Bengt Baron die Goldmedaille. Vor Beginn der Spiele gehörte er nicht zum engsten Favoritenkreis. Im Finale schlägt er jedoch nach 56,53 Sekunden an und lässt die sowjetischen Schwimmer Wiktor Kusnezow und Wladimir Dolgow hinter sich.

Baron war bereits nach den ersten 50 Metern der Schnellste. Auch auf der zweiten Bahn verteidigt er seinen Vorsprung. Kusnezow gewinnt in 56,99 Sekunden Silber, Dolgow folgt in 57,63 Sekunden auf Platz drei. Insgesamt nehmen 33 Schwimmer aus 22 Ländern an dem Wettbewerb teil. 

Sergej Kopljakow stellt olympischen Rekord auf

Sergej Kopljakow führt über 200 Meter Freistil einen sowjetischen Doppelsieg an. Er gewinnt das Finale in 1:49,81 Minuten und stellt damit einen neuen olympischen Rekord auf. Sein Mannschaftskamerad Andrei Krylow belegt mit 1:50,76 Minuten den zweiten Platz, Bronze geht an den Australier Graeme Brewer.

Der DDR-Schwimmer Jörg Woithe beginnt das Rennen am schnellsten und führt nach 100 Metern. Auf der dritten Bahn zieht Kopljakow jedoch vorbei und vergrößert seinen Vorsprung bis zum Ziel. Woithe fällt auf den vierten Platz zurück. 

Die Charts

Matchbox steigt mit „Midnite Dynamos“ auf Platz 14

Neben „Xanadu“ gehört „Midnite Dynamos“ von Matchbox zu den stärksten Aufsteigern der neuen deutschen Chartwoche. Die britische Rockabillyband verbessert sich in ihrer zweiten Woche von Platz 23 auf Platz 14.

Rockabilly verbindet frühen Rock ’n’ Roll mit Elementen amerikanischer Countrymusik. In einer Hitparade, die von Disco und sorgfältig produziertem Studiopop geprägt ist, wirkt der schnelle, gitarrenbetonte Titel bewusst altmodisch. Gerade dieser Rückgriff auf die Musik der fünfziger Jahre macht Matchbox zu einer auffälligen Erscheinung des Jahres 1980. 

Die Nummer-eins-Titel

Deutsche Singlecharts: Lipps, Inc. – „Funkytown“

Deutsche Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Britische Singlecharts: Odyssey – „Use It Up and Wear It Out“

Britische Albumcharts: Queen – „The Game“

Billboard Hot 100: Billy Joel – „It’s Still Rock and Roll to Me“

Amerikanische Albumcharts: The Rolling Stones – „Emotional Rescue“ 

Weltgeschehen in Kürze

Washington: In den Vereinigten Staaten beginnt heute die Registrierung der im Jahr 1960 geborenen Männer beim Selective Service System. Präsident Jimmy Carter hatte die Registrierung Anfang Juli wieder eingeführt. Die erfassten Daten sollen im Fall einer später beschlossenen Einberufung zur Verfügung stehen; eine unmittelbare Wiedereinführung der Wehrpflicht ist damit nicht verbunden. 

Geburtstage

Yusuf Islam, geboren 1948 und früher unter dem Namen Cat Stevens bekannt, wird heute 32 Jahre alt. Der britische Sänger und Songschreiber hat sich nach seinem Übertritt zum Islam weitgehend aus dem Popgeschäft zurückgezogen.

Garry Trudeau, geboren 1948, feiert seinen 32. Geburtstag. Der amerikanische Zeichner ist der Schöpfer des politischen Comicstrips „Doonesbury“.

Robin Williams, geboren 1951, wird heute 29 Jahre alt. Der amerikanische Komiker und Schauspieler ist durch seine Rolle als außerirdischer Besucher in der Fernsehserie „Mork vom Ork“ bekannt.

Eberhard Gienger, geboren 1951, wird ebenfalls 29 Jahre alt. Der westdeutsche Kunstturner ist Weltmeister am Reck und gehört zu den bekanntesten deutschen Turnern seiner Zeit. 

Quellenverzeichnis

Die Geschichte des Tages

Offizielle Deutsche Charts: Deutsche Singlecharts, Ausgabe vom 21. bis 27. Juli 1980. Bundesverband Musikindustrie und GfK Entertainment.

Official Charts Company: Official Singles Chart, Ausgabe vom 20. bis 26. Juli 1980.

Jet Records: Olivia Newton-John und Electric Light Orchestra, „Xanadu“. Single- und Produktionsangaben, 1980.

Musik, Songs und Künstler

Offizielle Deutsche Charts: Deutsche Singlecharts, Ausgabe vom 21. bis 27. Juli 1980.

Zappa, Frank: Sheik Yerbouti. CBS Records, Album- und Produktionsangaben, 1979.

Sky: Sky 2. Ariola Records, Album- und Produktionsangaben, 1980.

Menschen und Geschichten

Olympedia: „100 metres Freestyle, Women“. Wettkampf- und Ergebnisdokumentation der Olympischen Sommerspiele 1980.

Olympedia: „100 metres Backstroke, Men“. Wettkampf- und Ergebnisdokumentation der Olympischen Sommerspiele 1980.

Olympedia: „200 metres Freestyle, Men“. Wettkampf- und Ergebnisdokumentation der Olympischen Sommerspiele 1980.

International Olympic Committee: Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980. Offizieller Ergebnisbericht.

Die Charts

Offizielle Deutsche Charts: Deutsche Singlecharts, Ausgabe vom 21. bis 27. Juli 1980.

Official Charts Company: Official Singles Chart und Official Albums Chart, Ausgabe vom 20. bis 26. Juli 1980.

Billboard: Hot 100 und Top LPs & Tape, Ausgabe vom 26. Juli 1980.

Weltgeschehen in Kürze

The White House: Presidential Proclamation 4771, Registration Under the Military Selective Service Act, 2. Juli 1980.

National Archives and Records Administration: Proclamation 4771 und Registrierungszeitraum ab 21. Juli 1980.

Selective Service System: Historische Angaben zur Wiederaufnahme der Registrierung im Jahr 1980.

Geburtstage

Associated Press: Celebrity Birthdays, 21. Juli.

Chroniknet: Geburtstage am 21. Juli. Biografische Übersicht.

Am Sonntag, dem 20. Juli 1980, beginnen in Moskau die sportlichen Wettbewerbe der XXII. Olympischen Sommerspiele. Schon am ersten Wettkampftag fallen Weltrekorde, während das Fehlen zahlreicher westlicher Mannschaften überall spürbar bleibt. Im amerikanischen Oregon treffen Black Sabbath und Blue Öyster Cult bei einem großen Freiluftkonzert aufeinander. AC/DC setzt unterdessen seine ersten Konzerte mit Brian Johnson fort. In den britischen Charts übernimmt Odyssey die Spitze, während die Rolling Stones mit „Emotional Rescue“ erstmals die Top Ten erreichen. Ein Sonntag zwischen sportlicher Präzision, schweren Gitarren und dem unverkennbaren Pulsschlag der Disco.

Die Geschichte des Tages: Die DDR-Schwimmerinnen gewinnen Gold mit neuem Weltrekord

Im Moskauer Schwimmkomplex fällt heute eine der ersten großen Entscheidungen der Olympischen Spiele. Die DDR gewinnt die 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel der Frauen in 4:06,67 Minuten und stellt damit einen neuen Weltrekord auf.

Bei einer Lagenstaffel schwimmen vier Athletinnen nacheinander jeweils eine andere Schwimmart. Die Reihenfolge ist festgelegt: Rücken, Brust, Schmetterling und Freistil. Für die DDR beginnt Rica Reinisch auf der Rückenstrecke. Es folgen Ute Geweniger im Brustschwimmen, Andrea Pollack im Schmetterling und Caren Metschuck auf der abschließenden Freistilstrecke.

Schon Reinisch sorgt für einen bemerkenswerten Auftakt. Ihre Zwischenzeit über 100 Meter Rücken entspricht dem bestehenden Weltrekord. Dadurch verschafft sie ihrer Mannschaft sofort einen Vorsprung, den die folgenden Schwimmerinnen weiter ausbauen.

Die britische Staffel erreicht nach 4:12,24 Minuten den zweiten Platz und stellt damit einen Commonwealth-Rekord auf. Bronze geht an die Sowjetunion. Der Abstand zwischen Gold und Silber beträgt mehr als fünf Sekunden – in einer Staffeldisziplin eine ungewöhnlich deutliche Differenz.

Das Ergebnis zeigt die besondere Stärke des DDR-Frauenschwimmens. Die Mannschaft kann für jede der vier Schwimmarten eine international führende Athletin einsetzen. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Geschwindigkeit im Wasser. Auch die Wechsel müssen genau abgestimmt sein: Die nächste Schwimmerin darf den Startblock erst verlassen, wenn die vorherige die Beckenwand berührt hat. Ein zu früher Wechsel führt zur Disqualifikation.

Der Weltrekord fällt am ersten vollständigen Wettkampftag der Spiele. Damit rückt der Sport nach der von politischen Auseinandersetzungen geprägten Eröffnung unmittelbar in den Mittelpunkt. Die Wettbewerbe haben heute begonnen; bis zum 3. August sollen in Moskau insgesamt 203 olympische Entscheidungen ausgetragen werden. 

Musik, Songs und Künstler

Black Sabbath und Blue Öyster Cult treffen beim Oregon Jam aufeinander

Auf dem Gelände der Oregon State Fairgrounds in Salem findet heute das Freiluftfestival „Oregon Jam ’80“ statt. Zum Programm gehören Black Sabbath, Blue Öyster Cult, Molly Hatchet und Riot.

Für Black Sabbath ist es eine Phase des Neubeginns. Sänger Ronnie James Dio hat Ozzy Osbourne ersetzt und steht nun mit der Band auf der Bühne. Die aktuelle Besetzung präsentiert Material des Albums „Heaven and Hell“, dessen klarere Produktion und Dions kraftvolle Stimme den Klang der Gruppe deutlich verändern.

Blue Öyster Cult spielt unter anderem „Godzilla“, „Cities on Flame with Rock and Roll“ und „(Don’t Fear) The Reaper“. Dazu kommen mehrere Stücke des aktuellen Albums „Cultösaurus Erectus“. Der gemeinsame Auftritt beider Bands bildet einen frühen Abschnitt ihrer miteinander verbundenen Konzertreise, die unter dem Namen „Black and Blue“ angekündigt wird.

Das Festival zeigt, wie stark sich Hardrockveranstaltungen inzwischen vergrößert haben. Mehrere bekannte Gruppen treten an einem einzigen Tag auf, die Verstärkeranlagen sind für große Freiflächen ausgelegt, und das Publikum erlebt ein stundenlanges Programm statt eines einzelnen Konzerts. 

AC/DC spielt in Thunder Bay mit Brian Johnson

AC/DC tritt heute in den Fort William Gardens der kanadischen Stadt Thunder Bay auf. Es ist eines der ersten nordamerikanischen Konzerte der Band mit ihrem neuen Sänger Brian Johnson.

Johnson hat erst wenige Monate zuvor die Nachfolge des verstorbenen Bon Scott angetreten. Das neue Album „Back in Black“ ist noch nicht veröffentlicht, doch einzelne Stücke daraus gehören bereits zum Konzertprogramm. Für das Publikum bedeutet der Abend deshalb die erste Begegnung mit einer veränderten Band: Die Gitarren von Angus und Malcolm Young bleiben das musikalische Zentrum, die Stimme klingt jedoch rauer und höher als zuvor.

Die Konzerte dienen nicht nur der Unterhaltung. Sie sind zugleich die praktische Bewährungsprobe einer neuen Besetzung, die unter erheblicher öffentlicher Beobachtung steht. 

Menschen und Geschichten

Vier Gewichtheber erreichen dasselbe Ergebnis

Im olympischen Gewichtheben fällt heute eine Entscheidung, bei der die gehobenen Lasten allein nicht ausreichen, um die Medaillen zu verteilen. In der Fliegengewichtsklasse bis 52 Kilogramm erreichen vier Athleten im Zweikampf jeweils 245 Kilogramm.

Der Zweikampf setzt sich aus Reißen sowie Stoßen zusammen. Beim Reißen wird die Hantel in einer einzigen Bewegung vom Boden über den Kopf gebracht. Beim Stoßen erfolgt der Weg in zwei Abschnitten: zunächst auf die Schultern und anschließend über den Kopf.

Gold gewinnt Kanybek Osmonalijew aus der Sowjetunion. Der Nordkoreaner Ho Bong-chol erhält Silber. Beide haben dasselbe Gewicht bewältigt, doch Osmonalijew ist beim vorgeschriebenen Wiegen 200 Gramm leichter. Nach den geltenden Regeln entscheidet bei gleichem Ergebnis das niedrigere Körpergewicht.

Auch im Kampf um Bronze herrscht Gleichstand. Han Gyong-si aus Nordkorea und der Ungar Béla Oláh haben nicht nur dieselbe Last gehoben, sondern vor dem Wettbewerb sogar dasselbe Körpergewicht. Beide werden deshalb erneut gewogen. Han ist nun 100 Gramm leichter und erhält die Bronzemedaille.

Damit hängt die Reihenfolge der ersten vier Plätze nicht von unterschiedlichen Leistungen an der Hantel ab, sondern von wenigen Hundert Gramm Körpergewicht. 

Aleksandr Melentjew trifft mit Weltrekord

Auch im Sportschießen fällt heute ein Weltrekord. Aleksandr Melentjew aus der Sowjetunion gewinnt den Wettbewerb mit der Freien Pistole über 50 Meter. Er erreicht 581 von 600 möglichen Ringen und verbessert damit die bisherige Bestmarke.

Jeder Teilnehmer gibt 60 Schüsse in sechs Serien ab. Anders als bei schnelleren Pistolenwettbewerben entscheidet nicht die Reaktionsgeschwindigkeit. Der Schütze muss über einen langen Zeitraum Haltung, Atmung und Abzugsbewegung möglichst unverändert wiederholen.

Melentjew gewinnt mit 13 Ringen Vorsprung vor Harald Vollmar aus der DDR. Für einen Wettbewerb, bei dem sich Spitzenathleten gewöhnlich nur um wenige Punkte unterscheiden, ist dies ein außergewöhnlich deutlicher Abstand. 

Die Charts

Die Rolling Stones erreichen mit „Emotional Rescue“ Platz neun

Die Rolling Stones steigen in den neuen britischen Singlecharts mit „Emotional Rescue“ von Platz 19 auf Platz neun. In der vierten Chartwoche erreicht die Gruppe damit erstmals die Top Ten.

Der Titel unterscheidet sich deutlich vom rauen Gitarrenrock vieler früherer Stones-Aufnahmen. Ein gleichmäßiger Tanzrhythmus, eine bewegliche Bassfigur und Mick Jaggers hoher Falsettgesang rücken das Stück in die Nähe von Disco und Funk.

Der Aufstieg um zehn Positionen zeigt, dass sich die Band musikalisch an den aktuellen Clubklängen orientieren kann, ohne ihre erkennbare Spielweise vollständig aufzugeben. Gleichzeitig ist der Song die erfolgreichste noch nicht im Redaktionsarchiv behandelte Top-Ten-Bewegung der neuen britischen Chartausgabe. 

Die Nummer-eins-Titel

Deutsche Singlecharts: „Funkytown“ von Lipps, Inc.

Deutsche Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Britische Singlecharts: „Use It Up and Wear It Out“ von Odyssey.

Britische Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Billboard Hot 100: „It’s Still Rock and Roll to Me“ von Billy Joel.

Amerikanische Albumcharts: „Glass Houses“ von Billy Joel. 

Weltgeschehen in Kürze

Moskau: Nach der Eröffnungsfeier beginnen heute die Wettkämpfe der XXII. Olympischen Sommerspiele. 5.255 Sportlerinnen und Sportler aus 80 Ländern nehmen teil. Zahlreiche Staaten, darunter die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik Deutschland, bleiben den Spielen aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan fern. 

Geburtstage

Der mexikanisch-amerikanische Gitarrist Carlos Santana wird heute 33 Jahre alt.

Die amerikanische Sängerin Kim Carnes feiert ihren 35. Geburtstag.

Die britische Schauspielerin Diana Rigg wird 42 Jahre alt.

Die amerikanische Schauspielerin Natalie Wood feiert ebenfalls ihren 42. Geburtstag.

Quellenverzeichnis

Redaktionsarchiv

„Heute in den 80ern“. Finaler Prompt 4.0 mit Redaktionsarchiv und Wiederholungsschutz, Einträge vom 21. bis 27. Juli 1980. 

Geschichte des Tages

Olympedia: „4 × 100 metres Medley Relay, Women“. Olympische Spiele Moskau 1980, Wettbewerb vom 20. Juli 1980.

Olympedia: „1980 Summer Olympics Overview“. Übersicht der XXII. Olympischen Sommerspiele.

Musik, Songs und Künstler

Concert Archives: „Oregon Jam ’80“. Oregon State Fairgrounds, Salem, 20. Juli 1980.

Setlist.fm: „Blue Öyster Cult Setlist at Oregon Jam 1980“. Konzertdatenbank, 20. Juli 1980.

AC/DC-Tourarchiv: „Back in Black Tour“. Konzert in den Fort William Gardens, Thunder Bay, 20. Juli 1980.

Menschen und Geschichten

Olympedia: „Flyweight, Men“. Gewichtheben bis 52 Kilogramm, Olympische Spiele Moskau 1980, 20. Juli 1980.

Olympedia: „Free Pistol, Men“. Sportschießen über 50 Meter, Olympische Spiele Moskau 1980, 20. Juli 1980.

Charts

Official Charts Company: Britische Singlecharts, Ausgabe vom 20. bis 26. Juli 1980.

Am Samstag, dem 19. Juli 1980, richtet sich die Aufmerksamkeit der Fernsehzuschauer nach Moskau. Im Lenin-Zentralstadion werden die Olympischen Sommerspiele mit einer aufwendig inszenierten Feier eröffnet – überschattet vom internationalen Boykott gegen die sowjetische Politik in Afghanistan. In Seattle treffen Black Sabbath und Blue Öyster Cult bei einem großen Stadionkonzert aufeinander, während U2 im englischen Derby noch vor einem vergleichsweise kleinen Publikum spielen. Die britischen Charts melden einen kräftigen Sprung für Kate Bush. In New York stirbt mit Hans Joachim Morgenthau einer der einflussreichsten politischen Denker seiner Zeit.

Die Geschichte des Tages: Moskau eröffnet Olympische Spiele zwischen Fest und Protest

Um 16 Uhr beginnt im Lenin-Zentralstadion in Moskau die Eröffnungsfeier der XXII. Olympischen Sommerspiele. Das Läuten der Kreml-Uhr bildet den Auftakt zu einem Programm, das Sport, Folklore, Massengymnastik und politische Selbstdarstellung miteinander verbindet. Mehrere Tausend Mitwirkende verwandeln Spielfeld und Tribünen in ständig wechselnde Bilder.

Der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew erklärt die Spiele offiziell für eröffnet. Der Basketballspieler Sergei Below, Olympiasieger von 1972, trägt die Fackel die letzten Meter und entzündet das Feuer im Stadion. Der Turner Nikolai Andrianow spricht den Eid der Athleten. Erstmals bei Olympischen Spielen wird außerdem ein eigener Eid der Kampfrichter abgelegt.

Für die Sowjetunion sind es die ersten Olympischen Sommerspiele in einem kommunistisch regierten Land. Die Veranstalter wollen ein modernes, leistungsfähiges und gastfreundliches Land zeigen. Die farbigen Formationen auf den Tribünen, die exakt einstudierten Bewegungen und das Maskottchen Mischa gehören zu einer Inszenierung, in der kaum etwas dem Zufall überlassen bleibt.

Doch die politischen Spannungen lassen sich nicht ausblenden. Die Vereinigten Staaten und zahlreiche weitere Länder nehmen aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan nicht an den Spielen teil. Andere Delegationen erscheinen unter der olympischen Fahne oder verzichten auf ihre nationalen Symbole. Das Teilnehmerfeld ist dadurch deutlich kleiner als ursprünglich erwartet.

Im Stadion stehen festliche Bilder und politische Distanz unmittelbar nebeneinander. Für die Zuschauer an den Fernsehgeräten bleibt dennoch vor allem der technische und organisatorische Aufwand sichtbar: Kameras erfassen die Formationen aus mehreren Blickwinkeln, während die Bilder über Satelliten und internationale Leitungen in zahlreiche Länder übertragen werden.

Heute beginnen allerdings noch nicht die großen sportlichen Entscheidungen. Der 19. Juli gehört zunächst dem Einzug der Mannschaften, dem olympischen Feuer und der sorgfältig geplanten Darstellung eines Gastgeberlandes, das die Spiele als weltweites Schaufenster nutzen möchte.

Musik, Songs und Künstler

Black Sabbath präsentiert Ronnie James Dio in Seattle

Im Memorial Stadium von Seattle treten heute Black Sabbath und Blue Öyster Cult gemeinsam auf. Für Black Sabbath ist das Konzert Teil eines musikalischen Neubeginns. Ronnie James Dio hat Ozzy Osbourne als Sänger ersetzt und steht mit der Band auf der Tournee zum Album „Heaven and Hell“ auf der Bühne.

Dios kräftige und kontrollierte Stimme verändert den Charakter der Gruppe. Die schweren Gitarrenriffs von Tony Iommi bleiben erhalten, wirken nun aber in stärker ausgearbeiteten Liedstrukturen. Stücke wie „Neon Knights“ und „Heaven and Hell“ stehen neben älteren Titeln aus der Zeit mit Ozzy Osbourne.

Blue Öyster Cult verbinden harte Gitarren mit mehrstimmigem Gesang und sorgfältig gebauten Arrangements. Das gemeinsame Stadionkonzert bringt damit zwei Bands zusammen, die aus ähnlichen musikalischen Wurzeln stammen, sich aber hörbar unterschiedlich entwickelt haben.

U2 spielt im ehemaligen Kino von Derby

Im Ajanta Cinema in Derby tritt heute die irische Band U2 auf. Der Veranstaltungsort ist ein früheres Kino, das inzwischen für Konzerte genutzt wird. Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. befinden sich noch am Anfang ihrer Laufbahn außerhalb Irlands.

Das Programm enthält frühe Stücke wie „11 O’Clock Tick Tock“. Die Band arbeitet mit einer vergleichsweise kleinen Besetzung: Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang müssen den gesamten Bühnenklang tragen. The Edge verwendet wiederholte Gitarrenfiguren und Echoeffekte, während Bono den direkten Kontakt zum Publikum sucht.

Der Auftritt findet nur acht Tage vor dem großen Freiluftfestival von Leixlip statt, bei dem U2 vor einem wesentlich größeren Publikum spielen werden. Heute ist die Umgebung noch deutlich überschaubarer: ein umgebautes Kino in einer englischen Industriestadt.

Film und Fernsehen

Die Olympia-Eröffnung wird zum internationalen Fernsehereignis

Die Eröffnungsfeier in Moskau ist heute nicht nur eine Veranstaltung für die Zuschauer im Stadion. Fernsehanstalten in zahlreichen Ländern übernehmen die Bilder aus dem Lenin-Zentralstadion und begleiten den Einzug der Mannschaften mit eigenen Kommentatoren.

Die Übertragung zeigt, wie stark internationale Großereignisse inzwischen vom Fernsehen geprägt werden. Unterschiedliche Kamerapositionen, Zeitlupen und Überblicksaufnahmen verwandeln die streng geplanten Formationen in ein Programm, das speziell für den Bildschirm funktioniert.

Gleichzeitig stehen die Redaktionen vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen die farbenreiche Inszenierung zeigen, ohne den politischen Streit um den Boykott auszublenden. So wird die Eröffnungsfeier zugleich Sportübertragung, Unterhaltungssendung und politische Berichterstattung.

Menschen und Geschichten

Athleten marschieren nicht immer unter ihrer Nationalflagge

Beim traditionellen Einzug der Mannschaften entsteht heute ein ungewöhnliches Bild. Mehrere Delegationen, deren Länder den Boykott unterstützen, deren Sportler aber dennoch antreten, verwenden statt ihrer Nationalflagge die olympische Fahne.

Damit versuchen die Athleten, zwischen ihrer sportlichen Teilnahme und der politischen Haltung ihrer Regierungen zu unterscheiden. Einige Mannschaften bleiben der Parade ganz fern. Andere treten verkleinert oder unter neutralen Symbolen auf.

Für die Teilnehmer ist die Situation persönlich schwierig. Viele haben jahrelang trainiert, stehen nun aber unter dem Druck, ihre Anwesenheit öffentlich rechtfertigen zu müssen. Der Einmarsch, normalerweise ein festlicher Moment, wird dadurch selbst zu einer politischen Aussage.

Technik, Spiele, Mode und Alltag

Tausende Menschen erzeugen bewegte Bilder ohne Bildschirm

Eine der auffälligsten technischen Leistungen der Eröffnungsfeier befindet sich nicht auf dem Spielfeld, sondern auf einer Stadiontribüne. Tausende Mitwirkende halten farbige Tafeln, Fahnen und andere Gegenstände hoch und wechseln sie nach einem genau festgelegten Ablauf.

Auf diese Weise entstehen riesige Mosaike, die sich aus der Entfernung wie bewegte Bilder lesen lassen. Jede einzelne Person bildet dabei nur einen kleinen Farbpunkt. Erst das präzise Zusammenspiel aller Beteiligten macht Figuren, Symbole und Schriftzüge erkennbar.

Die Wirkung erinnert an ein elektronisches Bildraster, entsteht jedoch vollständig durch menschliche Bewegung. Fehler einzelner Teilnehmer würden sofort als falscher Farbpunkt sichtbar. Die Darstellung verlangt deshalb wochenlange Proben und eine sekundengenaue Koordination.

Die Charts

Kate Bush erreicht mit „Babooshka“ die britischen Top Ten

Kate Bush steigt mit „Babooshka“ in der britischen Singlehitparade von Platz 16 auf Platz sieben. Der Titel befindet sich in seiner dritten Chartwoche und erreicht damit erstmals die Top Ten.

In dem Lied prüft eine Frau die Treue ihres Partners, indem sie ihm unter dem erfundenen Namen Babooshka Briefe schreibt. Bush trägt die Geschichte mit stark wechselnder Stimme vor: zurückhaltend in den Strophen, schärfer und eindringlicher im Refrain.

Auch musikalisch lebt die Aufnahme von Gegensätzen. Klavier und Synthesizer treffen auf einen markanten, beinahe metallischen Rhythmus. Der Bass wird von John Giblin gespielt, während die ungewöhnlichen Schlagzeugakzente die dramatische Handlung verstärken.

Der Sprung um neun Positionen macht „Babooshka“ zu einer der auffälligsten noch nicht verwendeten Entwicklungen der an diesem Samstag gültigen britischen Chartausgabe.

Die Nummer-eins-Titel

Deutsche Singlecharts: „Funkytown“ von Lipps, Inc.

Deutsche Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Britische Singlecharts: „Xanadu“ von Olivia Newton-John und Electric Light Orchestra.

Britische Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Billboard Hot 100: „It’s Still Rock and Roll to Me“ von Billy Joel.

Amerikanische Albumcharts: „Glass Houses“ von Billy Joel.

Weltgeschehen in Kürze

Moskau: Leonid Breschnew eröffnet die Olympischen Sommerspiele im Lenin-Zentralstadion. Die Feier findet unter dem Eindruck des von den Vereinigten Staaten angeführten Boykotts statt, mit dem zahlreiche Staaten gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan protestieren.

Geburtstage

Brian May, Gitarrist der britischen Rockgruppe Queen, wird heute 33 Jahre alt.

Die amerikanische Sängerin Vikki Carr feiert ihren 39. Geburtstag.

Der amerikanische Musiker Bernie Leadon, Gründungsmitglied der Eagles, wird 33 Jahre alt.

Der rumänische Tennisspieler Ilie Năstase feiert seinen 34. Geburtstag.

Abschiede

Hans Joachim Morgenthau stirbt in New York

Der deutsch-amerikanische Politikwissenschaftler Hans Joachim Morgenthau stirbt heute im Alter von 76 Jahren in New York. Der aus Deutschland stammende Jurist hatte das Land während der nationalsozialistischen Herrschaft verlassen und später in den Vereinigten Staaten gelehrt.

Morgenthau gehört zu den bekanntesten Vertretern der realistischen Schule der internationalen Politik. Ihr Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Staaten ihre Entscheidungen vor allem nach Macht, Sicherheit und eigenen Interessen treffen.

Seine Arbeiten werden an Universitäten breit diskutiert und beeinflussen die amerikanische Außenpolitikdebatte. Morgenthau äußerte sich zugleich kritisch zum Vietnamkrieg und warnte davor, militärische Macht mit politischem Erfolg gleichzusetzen.

Quellenverzeichnis

Redaktionsarchiv

„Heute in den 80ern“. Finaler Prompt 4.0 mit Redaktionsarchiv und Wiederholungsschutz, Einträge vom 20. bis 27. Juli 1980.

Geschichte des Tages, Film und Fernsehen sowie Menschen und Geschichten

Klose, Kevin: „Mixture of Pageantry, Acrimony: Moscow Extravaganza Opens Olympics“. The Washington Post, 20. Juli 1980.

Olympic Collection: „XXII Summer International Olympic Games“. Historische Übersicht der Olympischen Spiele in Moskau.

New Zealand Olympic Committee: „Moscow 1980“. Historische Darstellung des Boykotts und der teilnehmenden Mannschaften.

International Institute for Sport History: „Opening Ceremonies of the 1980 Olympic Games“.

Musik, Songs und Künstler

Concert Archives: „Blue Öyster Cult / Black Sabbath, Memorial Stadium, Seattle“. Konzertarchiv, 19. Juli 1980.

Concert Archives: „U2, Ajanta Cinema, Derby“. Konzertarchiv, 19. Juli 1980.

Technik, Spiele, Mode und Alltag

Moscow Main Archive: Dokumentation der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1980.

Charts

Official Charts Company: Britische Singlecharts, Ausgabe vom 13. bis 19. Juli 1980.

Billboard: „Hot 100“. Ausgabe vom 19. Juli 1980.

Billboard: „Top LPs & Tape“. Ausgabe vom 19. Juli 1980.

Geburtstage

Brian May Official Website: „On This Day in Queen History – 19 July“.

Abschiede

Deutsche Digitale Bibliothek: „Hans Joachim Morgenthau“. Personendaten.

Haus der Bayerischen Geschichte: „Hans Joachim Morgenthau“. Biografische Datenbank.

Am Freitag, dem 18. Juli 1980, erscheint mit „Closer“ das zweite Album von Joy Division – genau zwei Monate nach dem Tod ihres Sängers Ian Curtis. Während die britische Band auf der Platte in eine karge und zunehmend elektronische Klangwelt vordringt, erreicht Indien einen technischen Meilenstein: Eine selbst entwickelte Rakete bringt den Forschungssatelliten Rohini RS-1 in die Erdumlaufbahn. In den amerikanischen Kinos verarbeitet Regisseur Samuel Fuller seine eigenen Kriegserfahrungen in „The Big Red One“. Die britischen Charts zeigen unterdessen einen bemerkenswerten Sprung für Dexys Midnight Runners.

Die Geschichte des Tages: Joy Division veröffentlicht „Closer“ ohne Ian Curtis

Heute erscheint in Großbritannien „Closer“, das zweite Studioalbum von Joy Division. Die Veröffentlichung erfolgt unter Umständen, die kaum von der Musik zu trennen sind. Sänger Ian Curtis nahm sich am 18. Mai das Leben, wenige Tage bevor die Band zu ihrer ersten Tournee durch die Vereinigten Staaten aufbrechen wollte. Das Album kommt nun genau zwei Monate nach seinem Tod heraus.

Aufgenommen wurde „Closer“ vom 18. bis 30. März in den Britannia Row Studios in London. Das Studio war ursprünglich von Pink Floyd eingerichtet worden. Produzent Martin Hannett nutzt die technischen Möglichkeiten des Hauses, um die Instrumente nicht wie eine unmittelbar zusammenspielende Rockband klingen zu lassen. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Stimme und elektronische Klänge erscheinen vielmehr wie einzelne Elemente in einem großen, beinahe leeren Raum.

Stephen Morris spielt ein präzises, häufig streng wiederholtes Schlagzeug. Peter Hooks Bass übernimmt auffallend oft die Melodie, während Bernard Sumners Gitarre sparsam eingesetzt wird. Synthesizer und elektronische Effekte erhalten wesentlich mehr Platz als auf dem ersten Album „Unknown Pleasures“.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in „Isolation“. Das Stück verbindet einen maschinenartigen Rhythmus mit einer vergleichsweise hellen Synthesizerfigur. Ian Curtis singt jedoch über Einsamkeit und Abgrenzung. Musik und Text scheinen in unterschiedliche Richtungen zu weisen. Andere Stücke wie „The Eternal“ und „Decades“ verzichten beinahe vollständig auf die Energie eines gewöhnlichen Rockliedes und entwickeln sich langsam aus wiederholten Figuren.

Auch die Hülle wirkt ungewöhnlich. Sie zeigt eine Schwarz-Weiß-Fotografie des Grabmals der Familie Appiani auf dem Monumentalfriedhof von Staglieno in Genua. Das Bild war bereits vor Curtis’ Tod ausgewählt worden. Dennoch lässt sich seine Wirkung nun kaum noch unabhängig von den Ereignissen des Mai betrachten.

„Closer“ ist damit keine nachträglich zusammengestellte Gedenkplatte. Sämtliche Aufnahmen waren bereits abgeschlossen. Die Veröffentlichung zeigt vielmehr den letzten Entwicklungsstand einer Band, die sich hörbar von ihren frühen Punkwurzeln entfernt hatte. Eine Fortsetzung mit Ian Curtis wird es nicht geben.

Musik, Songs und Künstler

Martin Hannett zerlegt den Klang von Joy Division

Produzent Martin Hannett behandelt das Aufnahmestudio bei „Closer“ nicht bloß als Raum, in dem eine Band möglichst wirklichkeitsgetreu festgehalten wird. Er setzt Hall, Verzögerungen, elektronische Bearbeitungen und ungewöhnliche Abstände zwischen den Instrumenten ein, um einen eigenen Klangraum zu schaffen.

Besonders das Schlagzeug wird nicht als durchgehender Block aufgenommen. Einzelne Trommeln und Becken wirken voneinander getrennt. Dadurch entstehen Pausen und freie Flächen, die ebenso wichtig werden wie die gespielten Töne.

Der Ansatz verlangt den Musikern eine andere Arbeitsweise ab als ein Liveauftritt. Einzelne Spuren können getrennt aufgenommen, verändert und neu zusammengesetzt werden. Das Ergebnis wirkt kontrolliert und kühl, behält jedoch die Spannung des Zusammenspiels von Stephen Morris, Peter Hook und Bernard Sumner.

Film und Fernsehen

Samuel Fuller bringt „The Big Red One“ ins Kino

In den Vereinigten Staaten startet heute „The Big Red One“, ein Kriegsfilm von Samuel Fuller. Lee Marvin spielt einen erfahrenen Feldwebel, der eine kleine Gruppe amerikanischer Soldaten durch verschiedene Schauplätze des Zweiten Weltkriegs führt. Zu den jungen Soldaten gehört Griff, dargestellt von Mark Hamill.

Der Titel bezeichnet die 1. Infanteriedivision der amerikanischen Armee. Ihr Abzeichen besteht aus einer großen roten Eins, weshalb der Verband den Beinamen „The Big Red One“ trägt. Fuller kennt die Einheit aus eigener Erfahrung. Er diente während des Zweiten Weltkriegs in der Division und verarbeitet in seinem Drehbuch Erlebnisse aus Nordafrika, Sizilien, Frankreich, Belgien und der Tschechoslowakei.

Der Film erzählt den Krieg nicht aus der Sicht von Generälen oder politischen Entscheidungsträgern. Im Mittelpunkt stehen einfache Soldaten, die von einem Einsatz zum nächsten gelangen. Der Feldwebel spricht wenig über Heldentum. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, die unerfahrenen Männer möglichst lange am Leben zu halten.

Fuller verbindet große historische Ereignisse mit kleinen, manchmal beinahe beiläufigen Beobachtungen. Die Soldaten erleben Landungen, Gefechte und den Vormarsch durch Europa, bleiben aber Teil einer begrenzten Gruppe, deren Mitglieder austauschbar erscheinen. Fällt einer von ihnen aus, tritt häufig schon bald ein Ersatzmann an seine Stelle.

Mit einer Laufzeit von 113 Minuten kommt heute eine deutlich gekürzte Fassung in die Kinos. Trotzdem bleibt Fullers persönlicher Blick auf den Krieg erkennbar: nüchtern, direkt und ohne die Vorstellung, dass eine einzelne mutige Tat das gesamte Geschehen verändern könnte.

Menschen und Geschichten

Keine aktuellen Meldungen.

Technik, Spiele, Mode und Alltag

Indiens SLV-3 bringt Rohini RS-1 in die Umlaufbahn

Vom Raumfahrtzentrum Sriharikota an der indischen Ostküste startet heute die Rakete SLV-3. Sie bringt den Forschungssatelliten Rohini RS-1 erfolgreich in eine Erdumlaufbahn. Damit gelingt Indien erstmals der Start eines Satelliten mit einer im eigenen Land entwickelten Trägerrakete.

Die SLV-3 ist 22 Meter hoch, wiegt rund 17 Tonnen und besteht aus vier Stufen. Alle Stufen verwenden festen Treibstoff. Während des Fluges werden sie nacheinander gezündet und anschließend abgetrennt. Jede Stufe beschleunigt die verbleibende Rakete weiter, bis die notwendige Geschwindigkeit für eine Umlaufbahn erreicht ist.

Der Satellit Rohini RS-1 wiegt lediglich 35 Kilogramm. Er ist spinstabilisiert, dreht sich also während des Fluges um die eigene Achse. Diese Drehung hilft dabei, seine Ausrichtung zu stabilisieren. An Bord befinden sich unter anderem ein digitaler Sonnensensor, ein Magnetometer zur Messung von Magnetfeldern und Temperatursensoren.

Die Umlaufbahn verläuft in einer Höhe zwischen rund 305 und 919 Kilometern. Rohini übermittelt während des Aufstiegs Messwerte über die vierte Raketenstufe an die Bodenstationen.

Der Erfolg ist besonders wichtig, weil ein erster Startversuch im August 1979 fehlgeschlagen war. Damals erreichte die Nutzlast nicht die vorgesehene Umlaufbahn. Heute funktioniert die vollständige Startfolge. Indien gehört damit zu den wenigen Staaten, die einen Satelliten mit einer selbst entwickelten Rakete in den Weltraum bringen können.

Die Charts

Dexys Midnight Runners springen mit „There There My Dear“

Dexys Midnight Runners gelingt in den britischen Singlecharts mit „There There My Dear“ ein deutlicher Aufstieg. Der Titel verbessert sich in seiner zweiten Chartwoche von Platz 45 auf Platz 20.

Die Band aus Birmingham verbindet schnellen Soul mit Bläsern, Orgel, Bass und einem eindringlichen Gesang. Sänger Kevin Rowland trägt den Text nicht glatt oder zurückhaltend vor, sondern beinahe wie eine öffentliche Auseinandersetzung. Die Aufnahme wirkt dadurch zugleich tanzbar und angespannt.

„There There My Dear“ folgt auf den Erfolg von „Geno“, der vorherigen Single der Gruppe. Statt den Klang dieses Titels lediglich zu wiederholen, setzt das neue Stück stärker auf einen vorwärtsdrängenden Rhythmus und kurze Antworten der Bläser.

Der Sprung um 25 Plätze ist die auffälligste noch nicht verwendete Bewegung der aktuell gültigen britischen Chartausgabe.

Die Nummer-eins-Titel

Deutsche Singlecharts: „Funkytown“ von Lipps, Inc.

Deutsche Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Britische Singlecharts: „Xanadu“ von Olivia Newton-John und Electric Light Orchestra.

Britische Albumcharts: „The Game“ von Queen.

Billboard Hot 100: „It’s Still Rock and Roll to Me“ von Billy Joel.

Amerikanische Albumcharts: „Glass Houses“ von Billy Joel.

Weltgeschehen in Kürze

Washington: In den Vereinigten Staaten wird heute erstmals der nationale Gedenktag für vermisste und in Gefangenschaft geratene Soldaten begangen. Der „National P.O.W.–M.I.A. Recognition Day“ soll an Angehörige der Streitkräfte erinnern, deren Schicksal nach Kriegen und militärischen Einsätzen ungeklärt geblieben ist.

Geburtstage

Der südafrikanische Bürgerrechtler Nelson Mandela wird heute 62 Jahre alt.

Der amerikanische Astronaut und Politiker John Glenn feiert seinen 59. Geburtstag.

Der amerikanische Sänger Dion DiMucci wird 41 Jahre alt.

Die amerikanische Soulsängerin Martha Reeves feiert ihren 39. Geburtstag.

Der amerikanische Schauspieler James Brolin wird 40 Jahre alt.

Quellenverzeichnis

Redaktionsarchiv

„Heute in den 80ern“. Finaler Prompt 4.0 mit Redaktionsarchiv und Wiederholungsschutz, Einträge vom 19. bis 27. Juli 1980.

Geschichte des Tages und Musik

Joy Division: „Discography – Closer“. Offizielles Bandarchiv.

Joy Division: „About“. Offizielle Bandgeschichte.

Rhino Records: „July 1980: Joy Division Release Closer“, 18. Juli 2022.

Official Charts Company: „Closer – Joy Division“. Britische Albumchartdaten.

Film und Fernsehen

American Film Institute: „The Big Red One“. AFI Catalog of Feature Films, Kinostart vom 18. Juli 1980.

United Artists: „The Big Red One“. Amerikanische Kinoveröffentlichung vom 18. Juli 1980.

Technik, Spiele, Mode und Alltag

Indian Space Research Organisation: „Rohini Satellite RS-1“. Offizielles Missionsarchiv.

Indian Space Research Organisation: „SLV-3E2“. Offizielle Missionsbeschreibung.

Indian Space Research Organisation: „Satellite Launch Vehicle-3“. Historische Übersicht des indischen Trägerraketenprogramms.

Charts

Official Charts Company: Britische Singlecharts, Ausgabe vom 13. bis 19. Juli 1980.

Official Charts Company: Britische Albumcharts, Ausgabe vom 13. bis 19. Juli 1980.

Billboard: „Hot 100“. Ausgabe vom 19. Juli 1980.

Billboard: „Top LPs & Tape“. Ausgabe vom 19. Juli 1980.

Weltgeschehen

United States Congress: „S.J.Res. 168 – National P.O.W.–M.I.A. Recognition Day“. 96. Kongress, 1980.

Am Donnerstag, dem 17. Juli 1980, treffen in den amerikanischen Konzertsälen sehr unterschiedliche Vorstellungen von Rockmusik aufeinander. Heart bringen ihre großen Gitarrenstücke in die New Yorker Radio City Music Hall, während Devo in Boston mit Synthesizern, einheitlichen Kostümen und absichtlich kantigen Bewegungen auftreten. In den britischen Kinos beginnt Clint Eastwoods „Bronco Billy“, die Geschichte eines modernen Wildwest-Darstellers, der unbeirrt an seiner selbst geschaffenen Welt festhält. Auch die Hitparade ist in Bewegung: Bob Marley and the Wailers erreichen mit „Could You Be Loved“ die ersten fünf Plätze. In Detroit nimmt Ronald Reagan die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei an.

Die Geschichte des Tages: Heart bringt „Bébé le Strange“ in die Radio City Music Hall

Heart treten heute in der Radio City Music Hall in New York auf. Der große Saal im Rockefeller Center ist vor allem für Filmvorführungen, Bühnenshows und die präzise choreografierten Auftritte der Rockettes bekannt. An diesem Abend gehört die Bühne jedoch einer Rockband, die harte Gitarren mit akustischen Passagen und dem kraftvollen Gesang von Ann Wilson verbindet.

Die Gruppe präsentiert Material ihres aktuellen Albums „Bébé le Strange“. Es ist das erste Heart-Album ohne den Gitarristen Roger Fisher, der den Klang der früheren Aufnahmen wesentlich mitgeprägt hatte. Nancy Wilson übernimmt deshalb einen größeren Teil der Gitarrenarbeit. Neben elektrischen Riffs setzt sie auch akustische Instrumente ein und sorgt gemeinsam mit ihrer Schwester Ann für die deutlich wiedererkennbare musikalische Handschrift der Band.

Das Konzert beginnt mit dem Titelsong „Bébé le Strange“. Danach folgen unter anderem „Crazy on You“, „Straight On“, „Even It Up“, „Magic Man“ und „Barracuda“. Damit verbindet die Band neue Stücke mit ihren bekanntesten bisherigen Erfolgen. „Even It Up“ zeigt zugleich, wie Heart ihren Klang erweitern: Die Aufnahme arbeitet mit einem markanten Bläsersatz, während die Gitarren weiterhin im Vordergrund stehen.

Die Radio City Music Hall verlangt eine andere Wirkung als ein kleiner Rockclub. Die Bühne ist breit, der Zuschauerraum groß und auf eine sorgfältig inszenierte Darbietung ausgerichtet. Heart reagieren darauf nicht mit einer überladenen Show. Im Mittelpunkt bleiben die Stimmen, die Gitarren und die Wechsel zwischen druckvollen und ruhigeren Abschnitten.

Zum Ende des Programms spielt die Band auch fremde Stücke, darunter „Rock and Roll“ von Led Zeppelin und „Unchained Melody“. Solche Bearbeitungen zeigen, aus welchen Traditionen Heart ihren eigenen Stil entwickeln: britischer Hardrock, amerikanischer Folkrock, Soul und dramatisch aufgebaute Balladen.

Der Auftritt macht deutlich, wie selbstverständlich Frauen inzwischen auch im Zentrum einer großen amerikanischen Rockproduktion stehen können. Ann und Nancy Wilson sind nicht bloß Sängerinnen vor einer Begleitgruppe. Sie bestimmen Erscheinungsbild, Kompositionen und musikalische Ausrichtung von Heart entscheidend mit.

Musik, Songs und Künstler

Devo präsentiert „Whip It“ im Orpheum Theatre

Im Orpheum Theatre in Boston treten heute Devo auf. Die Gruppe aus Akron im US-Bundesstaat Ohio verbindet kurze Rocksongs mit Synthesizern, elektronisch bearbeiteten Klängen und einer Bühnendarstellung, die wie eine Mischung aus Fabrikarbeit, Lehrfilm und absurder Zukunftsschau wirkt.

Das Programm steht im Zeichen des neuen Albums „Freedom of Choice“. Devo spielen unter anderem „Girl U Want“, „Gates of Steel“, den Titelsong und „Whip It“. Letzteres ist zu diesem Zeitpunkt noch kein allgegenwärtiger Radioerfolg, bildet aber bereits einen zentralen Moment der Show.

Devo verwenden wiederholte Rhythmen und bewusst knappe Gitarrenfiguren. Die Musiker bewegen sich häufig synchron und tragen einheitliche Kleidung. Damit wenden sie sich gegen das Bild des frei auftretenden, individuell inszenierten Rockstars. Ihre Musik wirkt kontrolliert, maschinell und zugleich komisch.

Neben neuem Material stehen frühe Stücke wie „Jocko Homo“, „Mongoloid“ und „Uncontrollable Urge“ auf dem Programm. Auch ihre stark veränderte Fassung des Rolling-Stones-Titels „(I Can’t Get No) Satisfaction“ bleibt Bestandteil der Show. Devo verwandeln den bekannten Rocksong in eine nervöse Folge abgehackter Bewegungen und Rhythmen.

Die Doobie Brothers spielen mit den Dixie Dregs in Maryland

Im Merriweather Post Pavilion in Columbia im US-Bundesstaat Maryland treten heute die Doobie Brothers gemeinsam mit den Dixie Dregs auf. Die Doobie Brothers befinden sich in einer Phase, in der Keyboards, mehrstimmiger Gesang und Einflüsse aus Soul und Rhythm and Blues ihren früheren, stärker gitarrenbetonten Klang erweitert haben.

Sänger und Keyboarder Michael McDonald prägt diesen Wandel mit seiner rauen Stimme und seinen harmonisch ausgearbeiteten Klavier- und Orgelparts. Die Dixie Dregs um den Gitarristen Steve Morse arbeiten dagegen überwiegend instrumental. Ihre Musik verbindet Rock mit Jazz, Country und technisch anspruchsvollen Wechseln von Takt und Tempo.

Die Zusammenstellung bringt damit zwei Gruppen auf eine Bühne, die Rockmusik sehr unterschiedlich auffassen: Die Doobie Brothers setzen auf kompakte Songs und mehrstimmigen Gesang, die Dixie Dregs auf instrumentales Zusammenspiel und lange, komplex aufgebaute Passagen.

Film und Fernsehen

„Bronco Billy“ startet in den britischen Kinos

In Großbritannien läuft heute „Bronco Billy“ an. Clint Eastwood führt Regie und spielt die Titelrolle: einen Mann, der mit einer kleinen Wildwestshow durch das Land reist und vor überschaubarem Publikum Kunstschüsse, Messerwürfe und andere Zirkusnummern vorführt.

Bronco Billy ist kein wirklicher Cowboy aus dem amerikanischen Westen. Er hat sich diese Identität selbst geschaffen. Seine Mitarbeiter sind ebenfalls Außenseiter, die in der Show neue Namen und Aufgaben angenommen haben. Gemeinsam halten sie an einer Welt fest, die außerhalb ihres Zeltes längst nur noch als Unterhaltung und Erinnerung existiert.

Sondra Locke spielt Antoinette Lily, eine wohlhabende Frau, die nach einem Streit mit ihrem Ehemann ohne Geld und Gepäck zurückbleibt. Als sie sich der Truppe anschließt, begegnen zwei sehr unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit aufeinander: hier die gesellschaftlich abgesicherte, aber unzufriedene Frau, dort der mittellose Schausteller, der nach seinen eigenen Regeln lebt.

Der Film verbindet Komödie und Liebesgeschichte mit einem nachdenklichen Blick auf amerikanische Mythen. Bronco Billy weiß, dass seine Vorstellung nicht echt ist. Für ihn ist sie dennoch mehr als ein Geschäft. Die Show gibt ihm und seinen Mitarbeitern eine Gemeinschaft, die sie außerhalb der Manege nicht gefunden haben.

Der britische Kinostart folgt rund fünf Wochen nach der amerikanischen Premiere.

Menschen und Geschichten

Alice Cooper tauscht den Horror gegen kurze New-Wave-Songs

Im West Palm Beach Auditorium in Florida tritt Alice Cooper heute mit seinem Programm zum Album „Flush the Fashion“ auf. Die neue Musik unterscheidet sich deutlich von den langen, theatralischen Hardrockstücken, mit denen er zu Beginn der 1970er-Jahre bekannt wurde.

Titel wie „Model Citizen“, „Grim Facts“, „Clones (We’re All)“ und „Nuclear Infected“ sind kürzer, kantiger und stärker von der gerade aktuellen New Wave beeinflusst. Synthesizer und knapp gesetzte Gitarren ersetzen stellenweise die schweren Arrangements früherer Produktionen.

Vollständig trennt sich Cooper jedoch nicht von seiner bisherigen Bühnenfigur. Im Programm bleiben „I’m Eighteen“, „Only Women Bleed“, „Under My Wheels“, „Elected“ und zum Abschluss „School’s Out“. Das Konzert zeigt damit einen Künstler, der seinen Klang modernisieren möchte, ohne auf die Stücke zu verzichten, die das Publikum von ihm erwartet.

Technik, Spiele, Mode und Alltag

Keine aktuellen Meldungen.

Die Charts

Bob Marley erreicht mit „Could You Be Loved“ Platz fünf

Bob Marley and the Wailers steigen mit „Could You Be Loved“ in den britischen Singlecharts von Platz neun auf Platz fünf. Der Titel befindet sich in seiner fünften Chartwoche und erreicht eine neue Höchstposition.

Die Aufnahme verbindet einen gleichmäßigen Reggae-Grundrhythmus mit einer ungewöhnlich klaren, für das Radio geeigneten Produktion. Bass und Schlagzeug halten das Stück in ständiger Bewegung, während Gitarren kurze Akzente zwischen den Zählzeiten setzen. Keyboards und mehrstimmiger Hintergrundgesang verdichten den Refrain.

Der Aufstieg um vier Plätze bringt Bob Marley erstmals mit diesem Titel in die britischen Top Five. Zwischen Disco, Popballaden und New Wave behauptet sich damit eine Aufnahme, deren Rhythmus deutlich aus der jamaikanischen Musiktradition stammt, die aber für ein internationales Publikum produziert ist.

Die Nummer-eins-Titel

Deutsche Singlecharts: „Funkytown“ von Lipps, Inc.

Deutsche Albumcharts: Keine ausreichend zuverlässig belegte Angabe.

Britische Singlecharts: „Xanadu“ von Olivia Newton-John und Electric Light Orchestra.

Britische Albumcharts: „The Game“ von Queen.

Billboard Hot 100: „It’s Still Rock and Roll to Me“ von Billy Joel.

Amerikanische Albumcharts: „Glass Houses“ von Billy Joel.

Weltgeschehen in Kürze

Detroit: Ronald Reagan nimmt auf dem Parteitag der Republikaner in der Joe Louis Arena offiziell die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten an. In seiner Rede kritisiert der frühere Gouverneur von Kalifornien die Regierung von Präsident Jimmy Carter und stellt Wirtschaft, nationale Sicherheit und eine stärkere außenpolitische Position in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs.

Geburtstage

Die britische Schauspielerin Diahann Carroll wird heute 45 Jahre alt.

Der britische Musiker Spencer Davis feiert seinen 41. Geburtstag.

Die amerikanische Sängerin Phoebe Snow wird 30 Jahre alt.

Der amerikanische Schauspieler David Hasselhoff feiert seinen 28. Geburtstag.

Camilla Parker Bowles wird 33 Jahre alt.

Quellenverzeichnis

Redaktionsarchiv

„Heute in den 80ern“. Finaler Prompt 4.0 mit Redaktionsarchiv und Wiederholungsschutz, Einträge vom 18. bis 27. Juli 1980.

Geschichte des Tages

Setlist.fm: „Heart at Radio City Music Hall, New York“. Konzertdatenbank, 17. Juli 1980.

Look at Stubs: „Concert Tickets from 1980“. Dokumentierter Eintrittskartenbestand, Heart in der Radio City Music Hall, 17. Juli 1980.

Musik, Songs und Künstler

Setlist.fm: „Devo at Orpheum Theatre, Boston“. Konzertdatenbank, 17. Juli 1980.

Concert Archives: „The Doobie Brothers and Dixie Dregs at Merriweather Post Pavilion“. Konzertarchiv, 17. Juli 1980.

Film und Fernsehen

Warner Bros.: „Bronco Billy“. Produktions- und Verleihangaben.

Internet Movie Database: „Bronco Billy – Release Information“. Britischer Kinostart vom 17. Juli 1980.

Menschen und Geschichten

Setlist.fm: „Alice Cooper at West Palm Beach Auditorium“. Konzertdatenbank, 17. Juli 1980.

Charts

Official Charts Company: Britische Singlecharts, Ausgabe vom 13. bis 19. Juli 1980.

Official Charts Company: Britische Albumcharts, Ausgabe vom 13. bis 19. Juli 1980.

Billboard: „Hot 100“. Ausgabe vom 19. Juli 1980.

Billboard: „Top LPs & Tape“. Ausgabe vom 19. Juli 1980.

Weltgeschehen

Ronald Reagan Presidential Library: „Presidential Nomination Acceptance Speech“. Republican National Convention, Detroit, 17. Juli 1980.

Office of the Historian, United States Department of State: „Editorial Note: Reagan’s Acceptance of the Republican Presidential Nomination“.

Miller Center, University of Virginia: „July 17, 1980: Republican National Convention“.