Rate mal mit Rosenthal: Das kleine Quiz neben „Dalli Dalli“

Hans Rosenthal gehörte in den Achtzigerjahren zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Mit „Dalli Dalli“ hatte er längst eine der populärsten Unterhaltungsshows des ZDF geschaffen. Daneben moderierte er jedoch noch ein wesentlich kleineres Format: „Rate mal mit Rosenthal“. Die halbstündige Vorabendsendung verzichtete auf große Stars und aufwendige Inszenierungen. Stattdessen holte Rosenthal ganz gewöhnliche Zuschauer aus dem Studiopublikum und machte sie für einige Minuten zu Kandidaten einer Quizshow.

Wie funktionierte „Rate mal mit Rosenthal“?

Das ZDF zeigte „Rate mal mit Rosenthal“ ab dem 23. April 1980. Insgesamt entstanden 85 Ausgaben, die bis zum 29. Juli 1986 ausgestrahlt wurden. Die Sendung lief überwiegend am frühen Abend und verstand sich als unkompliziertes Quiz für ein breites Publikum.

Die Kandidaten wurden aus dem Studiopublikum ausgewählt und mussten in verschiedenen Spielrunden Wissen und Geschick beweisen. Zu den Elementen gehörten ein Drehrad, über das Fragen bestimmt wurden, ebenso wie Spiele, bei denen Sachpreise gewonnen werden konnten. Auch ein Karussell gehörte zeitweise zur Studiodekoration und wurde in das Spielgeschehen einbezogen.

Damit unterschied sich die Sendung deutlich von großen Samstagabendshows. Es ging nicht um spektakuläre Gewinne oder prominente Gäste, sondern um eine überschaubare, freundliche Unterhaltungssendung, bei der grundsätzlich jeder Zuschauer plötzlich selbst Kandidat werden konnte.

Wer gehörte neben Hans Rosenthal zur Sendung?

Rosenthal griff bei seinem Vorabendquiz auf ein vertrautes Team zurück. Monika Sundermann, die bereits seit Jahren an seiner Seite bei „Dalli Dalli“ zu sehen war, unterstützte ihn auch bei „Rate mal mit Rosenthal“. Für die musikalische Begleitung sorgte Heinrich Riethmüller, ebenfalls ein langjähriger Weggefährte aus Rosenthals Fernsehsendungen.

Diese Vertrautheit prägte den Charakter der Show. Rosenthal begegnete den Kandidaten nicht als distanzierter Quizmaster. Er stellte Fragen, scherzte mit ihnen und reagierte spontan auf Antworten und Situationen. Die Sendung lebte deshalb weniger von einem komplizierten Regelwerk als von seiner Fähigkeit, mit Menschen umzugehen.

Gerade darin lag eine seiner großen Stärken als Moderator. Kandidaten mussten keine Fernseherfahrung besitzen oder besonders schlagfertig sein. Rosenthal verstand es, auch zurückhaltende Teilnehmer in die Sendung einzubeziehen, ohne sie bloßzustellen.

Warum passt die Sendung so gut zum Fernsehen der Achtzigerjahre?

„Rate mal mit Rosenthal“ war ein typisches Produkt einer Fernsehwelt mit wenigen Programmen und klaren Sendeplätzen. Viele Ausgaben liefen gegen 18 Uhr, also zu einer Zeit, in der das Vorabendprogramm für Familien und Zuschauer nach Feierabend eine wichtige Rolle spielte.

Die Ausstattung wirkte vergleichsweise einfach, die Gewinne bestanden häufig aus Sachpreisen, und die Kandidaten kamen direkt aus dem Publikum. Gerade diese Bodenständigkeit unterscheidet das Format stark von späteren Quizshows mit Millionengewinnen, dramatischer Musik und umfangreichen Auswahlverfahren.

Gleichzeitig war die Sendung eng mit Rosenthals größerem Fernseherfolg verbunden. „Dalli Dalli“ lief ebenfalls bis 1986, und sowohl Sundermann als auch Riethmüller sorgten dafür, dass „Rate mal mit Rosenthal“ wie eine kleinere, ruhigere Schwester der bekannten Show wirkte.

Am 29. Juli 1986 wurde die letzte Ausgabe ausgestrahlt. Wenige Monate später, am 10. Februar 1987, starb Hans Rosenthal im Alter von 61 Jahren. Damit endete eine Ära deutscher Fernsehunterhaltung, zu der nicht nur seine großen Samstagabendauftritte gehörten.

„Rate mal mit Rosenthal“ ist heute vor allem deshalb interessant, weil die Sendung zeigt, wie schlicht erfolgreiche Fernsehunterhaltung einmal funktionieren konnte. Ein Moderator, einige Kandidaten aus dem Publikum, ein paar Fragen, kleine Spiele und Sachpreise reichten aus. Im Mittelpunkt stand nicht das Spektakel, sondern der Mensch vor der Kamera – und genau darin war Hans Rosenthal besonders gut.

Nachrichten
03.09.1980 – Ozzy Osbourne in Blackpool, „Rate mal mit Rosenthal“ im ZDF, Jastrzębie-Abkommen in Polen, Dirch Passer gestorben

Quellen
▪︎ fernsehserien.de: „Rate mal mit Rosenthal“
▪︎ fernsehserien.de: „Rate mal mit Rosenthal – Alle Sendetermine im ZDF seit 1980“
▪︎ TV Wunschliste: „Rate mal mit Rosenthal – Serieninfos“

Ein Kommentar zu „Rate mal mit Rosenthal: Das kleine Quiz neben „Dalli Dalli“

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