Ozzy Osbourne: Wie der „Prince of Darkness“ in den Achtzigern neu begann

Als Ozzy Osbourne 1979 Black Sabbath verlassen musste, schien die große Karriere des Sängers zunächst vorbei zu sein. Die Band hatte mit ihm den Heavy Metal entscheidend geprägt, doch Alkohol- und Drogenprobleme hatten die Zusammenarbeit zunehmend belastet. Statt in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, begann Osbourne Anfang der Achtzigerjahre eine Solokarriere, die ihn zu einem noch größeren Star machte. Dabei spielte ein junger amerikanischer Gitarrist eine entscheidende Rolle: Randy Rhoads.

Wie gelang Ozzy Osbourne nach Black Sabbath das Comeback?

1980 erschien „Blizzard of Ozz“, Osbournes erstes Soloalbum. Neben ihm gehörten Randy Rhoads, Bassist Bob Daisley und Schlagzeuger Lee Kerslake zur entscheidenden frühen Besetzung. Besonders Rhoads prägte den neuen Klang. Er verband harte Gitarrenriffs mit melodischen und teilweise klassisch beeinflussten Passagen und gab Osbournes Musik damit einen deutlich anderen Charakter als Black Sabbath.

Songs wie „Crazy Train“ und „Mr. Crowley“ entwickelten sich zu Klassikern. Bereits 1981 folgte „Diary of a Madman“ mit „Flying High Again“, „Over the Mountain“ und dem Titelsong. Innerhalb kurzer Zeit hatte Osbourne damit bewiesen, dass seine Karriere nicht von Black Sabbath abhängig war.

Der Erfolg wurde jedoch von einer Tragödie überschattet. Randy Rhoads starb am 19. März 1982 während einer Tournee bei einem Flugzeugabsturz in Florida. Er war erst 25 Jahre alt. Für Osbourne bedeutete sein Tod nicht nur den Verlust eines außergewöhnlichen Gitarristen, sondern auch eines engen musikalischen Partners. 1987 erinnerte das Livealbum „Tribute“ noch einmal ausdrücklich an Rhoads.

Warum wurde Ozzy Osbourne zum Skandalstar?

Osbournes Musik war nur ein Teil seiner öffentlichen Wirkung. Seine Bühnenshows und sein exzessiver Lebensstil machten ihn zu einer der umstrittensten Figuren des Heavy Metal. Besonders berüchtigt wurde ein Konzert am 20. Januar 1982 in Des Moines, Iowa. Ein Zuschauer warf eine Fledermaus auf die Bühne, und Osbourne biss ihr den Kopf ab. Nach eigener späterer Darstellung hatte er geglaubt, es handle sich um eine Attrappe.

Der Vorfall passte perfekt zu dem düsteren Image, das sich um ihn entwickelte. Gleichzeitig geriet auch seine Musik in die Kritik. 1986 wurde Osbourne wegen des bereits 1980 erschienenen Songs „Suicide Solution“ verklagt. Die Eltern eines Jugendlichen behaupteten, das Lied habe zum Suizid ihres Sohnes beigetragen. Osbourne wies die Anschuldigung zurück; das Verfahren wurde vom Gericht abgewiesen.

Solche Kontroversen verstärkten sein Image als „Prince of Darkness“, überdeckten jedoch teilweise, wie erfolgreich und musikalisch produktiv er während dieser Jahre war.

Welche Alben prägten Ozzy Osbournes spätere Achtzigerjahre?

Nach Rhoads’ Tod musste Osbourne erneut einen musikalischen Neuanfang bewältigen. Mit Gitarrist Jake E. Lee entstand 1983 „Bark at the Moon“. Das Album führte seinen Erfolg fort und brachte mit dem Titelsong einen weiteren festen Bestandteil seines Konzertprogramms hervor.

1986 erschien „The Ultimate Sin“. Das Album erreichte Platz sechs der amerikanischen Billboard-Charts und Platz acht in Großbritannien. Besonders „Shot in the Dark“ wurde zu einem seiner bekanntesten Songs dieser Phase. Der Sound war stärker von der aufwendig produzierten Hardrock-Ästhetik der Mitte der Achtzigerjahre geprägt.

Mit „No Rest for the Wicked“ stellte Osbourne 1988 schließlich einen weiteren Gitarristen vor, der seine spätere Karriere stark beeinflussen sollte: Zakk Wylde. Das Album enthielt unter anderem „Miracle Man“ und „Crazy Babies“ und wurde in den USA mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Damit waren die Achtzigerjahre für Ozzy Osbourne weit mehr als eine Fortsetzung seiner Zeit bei Black Sabbath. In diesem Jahrzehnt schuf er sich eine zweite musikalische Identität. Trotz persönlicher Krisen, Skandale und des tragischen Verlusts von Randy Rhoads entwickelte er eine Solokarriere, die selbst zum festen Bestandteil der Heavy-Metal-Geschichte wurde. Als Osbourne am 22. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren starb, galten „Crazy Train“, „Mr. Crowley“ und „Bark at the Moon“ längst ebenso als Klassiker wie seine großen Aufnahmen mit Black Sabbath.

Nachrichten
03.09.1980 – Ozzy Osbourne in Blackpool, „Rate mal mit Rosenthal“ im ZDF, Jastrzębie-Abkommen in Polen, Dirch Passer gestorben

Quellen
▪︎ Ozzy Osbourne: „Definitive Editions of Ozzy Osbourne’s Landmark Solo Albums – Blizzard of Ozz & Diary of a Madman“
▪︎ Ozzy Osbourne: „Ozzy Osbourne’s Diary Of A Madman 40th Anniversary Expanded Digital Edition Out Today“
▪︎ Los Angeles Times: „Suit Claiming Ozzy Osbourne Song Led to Suicide Dismissed“
▪︎ Reuters: „Ozzy Osbourne, Black Sabbath’s bat-biting frontman, dies aged 76“

Ein Kommentar zu „Ozzy Osbourne: Wie der „Prince of Darkness“ in den Achtzigern neu begann

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