The Police: Drei Musiker zwischen Punk, Reggae und Welterfolg

Als The Police Ende der 1970er Jahre in der britischen Musikszene auftauchten, passten sie nur bedingt in die damals üblichen Schubladen. Die Energie des Punk war deutlich zu hören, doch dazu kamen Reggae-Rhythmen, Popmelodien und musikalische Erfahrungen, die weit über die junge New-Wave-Szene hinausgingen. Ausgerechnet diese ungewöhnliche Mischung machte Sting, Andy Summers und Stewart Copeland innerhalb weniger Jahre zu einer der erfolgreichsten Bands ihrer Zeit.

Wie entstanden The Police?

The Police wurden 1977 in London gegründet. Schlagzeuger Stewart Copeland hatte zuvor bei der Progressive-Rock-Band Curved Air gespielt und suchte nach einer Formation, die zur aufkommenden Punkbewegung passte. In Sting, der eigentlich Gordon Sumner hieß und bis dahin unter anderem Jazz und Fusion gespielt hatte, fand er den passenden Sänger und Bassisten. Zur ursprünglichen Besetzung gehörte zunächst der Gitarrist Henry Padovani. Noch im Gründungsjahr kam der wesentlich erfahrenere Andy Summers hinzu und übernahm schließlich allein die Gitarre.

Die frühen Auftritte fanden in Londoner Clubs statt, doch der große Durchbruch ließ zunächst auf sich warten. Einen entscheidenden Schritt machte die Band mit „Roxanne“. Der Song verband Stings eingängiges Songwriting mit Reggae-Anklängen und einem für eine Rockband jener Jahre ungewöhnlich offenen Klangbild. Nachdem The Police auch in den USA aufgetreten waren und sich dort langsam ein Publikum erspielt hatten, wurde „Roxanne“ erneut veröffentlicht und entwickelte sich zum Erfolg.

Welche Songs machten The Police berühmt?

Das Debütalbum „Outlandos d’Amour“ erschien 1978 und enthielt neben „Roxanne“ auch „Can’t Stand Losing You“ und „So Lonely“. Bereits das zweite Album „Reggatta de Blanc“ brachte 1979 mit „Message in a Bottle“ und „Walking on the Moon“ zwei der bekanntesten Stücke der Gruppe hervor.

Der typische Police-Sound entstand nicht allein durch Stings Stimme. Copelands präzises, oft rastlos wirkendes Schlagzeugspiel und Summers’ sparsame, atmosphärische Gitarrenarbeit gaben den Songs ihren besonderen Charakter. Gerade die freien Flächen zwischen den Instrumenten unterschieden die Band von vielen Rockgruppen, deren Arrangements wesentlich dichter aufgebaut waren.

Mit „Zenyatta Mondatta“ von 1980 und „Ghost in the Machine“ von 1981 wurde der Stil zunehmend vielfältiger. Songs wie „Don’t Stand So Close to Me“, „De Do Do Do, De Da Da Da“ und „Every Little Thing She Does Is Magic“ machten The Police endgültig zu internationalen Stars.

Warum war „Synchronicity“ Höhepunkt und Ende zugleich?

1983 erschien das fünfte Studioalbum „Synchronicity“. Mit „Every Breath You Take“ enthielt es den größten Hit der Band. Der scheinbar zurückhaltende Song wurde häufig als Liebeslied wahrgenommen, behandelt tatsächlich jedoch Besitzdenken, Kontrolle und obsessive Beobachtung. Bei den Grammy Awards wurde das Album mehrfach nominiert, während The Police unter anderem für „Every Breath You Take“ und einen der „Synchronicity“-Titel ausgezeichnet wurden.

Der enorme Erfolg konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Band zunehmend schwierig geworden war. Sting hatte sich als wichtigster Songwriter immer stärker in den Mittelpunkt entwickelt, während alle drei Musiker ausgeprägte Vorstellungen darüber besaßen, wie die Musik klingen sollte. Nach der erfolgreichen „Synchronicity“-Tour nahmen The Police kein weiteres reguläres Studioalbum mehr auf. Sting begann eine Solokarriere, Summers und Copeland widmeten sich eigenen musikalischen Projekten.

2007 kam das Trio noch einmal zusammen. Eine große Welttournee führte The Police erneut vor ein Millionenpublikum und endete 2008. Neue Studioaufnahmen entstanden daraus nicht.

The Police hinterließen lediglich fünf Studioalben, doch gerade diese vergleichsweise kleine Diskografie dokumentiert eine erstaunliche Entwicklung. Aus einer Band, die sich zunächst im Umfeld des Punk bewegte, wurde innerhalb weniger Jahre eine Formation, die Reggae, Rock, New Wave und Pop zu einem eigenen Klang verband. Viele ihrer Songs wirken deshalb bis heute unverwechselbar und zeigen, wie weit sich Popmusik mit nur drei Musikern öffnen ließ.

Quellen
▪︎ Sting.com: „Sting Biography“, ohne Datumsangabe
▪︎ Grammy Awards: Philip Merrill, „The Police, ‘Synchronicity’: For The Record“, 19. Oktober 2018
▪︎ Reuters/ABC News: „The Police tour kicks off in Canada“, 29. Mai 2007

Ein Kommentar zu „The Police: Drei Musiker zwischen Punk, Reggae und Welterfolg

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