Zu Beginn der Achtzigerjahre hatten Queen längst Weltruhm erreicht. „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“ und „We Are the Champions“ hatten die britische Band bereits in den Siebzigerjahren zu einer der großen Rockgruppen ihrer Zeit gemacht. Doch Queen blieben nicht bei diesem Erfolgsrezept. Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon öffneten ihren Sound für Funk, Pop und elektronische Elemente und erlebten dabei Erfolge, Rückschläge und schließlich einen Auftritt, der ihre Stellung als außergewöhnliche Liveband endgültig festigte.
Wie veränderte sich der Queen-Sound in den Achtzigern?
1980 erschien das Album „The Game“. Besonders deutlich wurde der musikalische Wandel bei „Another One Bites the Dust“, das von Bassist John Deacon geschrieben worden war. Der von Funk und Disco beeinflusste Song unterschied sich deutlich vom bombastischen Rock früherer Jahre und entwickelte sich international zu einem der größten Erfolge der Band. Auch „Crazy Little Thing Called Love“, bereits Ende 1979 veröffentlicht und ebenfalls auf „The Game“ enthalten, zeigte mit seinem Rockabilly-Stil, wie selbstverständlich Queen zwischen unterschiedlichen musikalischen Richtungen wechseln konnten.
1981 folgte gemeinsam mit David Bowie „Under Pressure“. Ein Jahr später wagte sich die Band mit dem Album „Hot Space“ noch stärker in Richtung Funk, Dance und elektronische Popmusik. Das Experiment stieß nicht bei allen Fans auf Zustimmung. Queen hatten ihren klassischen Gitarrensound deutlich zurückgenommen, und gerade bei Teilen ihres Rockpublikums sorgte diese Entwicklung für Irritationen.
Warum die Hits von „The Works“ so wichtig?
Mit „The Works“ gelang Queen 1984 eine deutlich erfolgreichere Verbindung aus Rock und zeitgemäßem Pop. Roger Taylors „Radio Ga Ga“ erreichte in Großbritannien Platz zwei und wurde zu einem der bekanntesten Songs der Band. Auch „I Want to Break Free“, geschrieben von John Deacon, entwickelte sich zum internationalen Hit. Das dazugehörige Musikvideo, in dem die Bandmitglieder als Frauen verkleidet Figuren britischer Fernsehserien parodierten, gehört bis heute zu den bekanntesten Bildern der Gruppe.
Queen waren damit wieder deutlich stärker im europäischen Popgeschäft präsent. Gleichzeitig blieb die Band vor allem auf der Bühne eine Macht. Anfang 1985 spielten Queen zweimal beim ersten Rock-in-Rio-Festival vor riesigem Publikum. Wenige Monate später sollte jedoch ein wesentlich kürzerer Auftritt zum vielleicht berühmtesten Konzertmoment ihrer Karriere werden.
Warum wurde Queens Auftritt bei Live Aid legendär?
Am 13. Juli 1985 traten Queen beim Benefizkonzert Live Aid im Londoner Wembley-Stadion auf. Für die Band standen nur rund 20 Minuten zur Verfügung. Statt einer gewöhnlichen Konzertshow spielte Queen eine kompakte Folge ihrer bekanntesten Stücke, darunter „Bohemian Rhapsody“, „Radio Ga Ga“, „Hammer to Fall“, „Crazy Little Thing Called Love“, „We Will Rock You“ und „We Are the Champions“.
Entscheidend war weniger die Länge als die Wirkung. Freddie Mercury nutzte die riesige Bühne, als wäre sie für Queen gebaut worden, und bezog das Publikum unmittelbar in die Songs ein. Besonders die gemeinsamen Handbewegungen bei „Radio Ga Ga“ wurden zu einem der ikonischen Bilder von Live Aid. Der Auftritt wird bis heute regelmäßig als einer der herausragenden Live-Momente der Rockgeschichte bezeichnet. Für Queen bedeutete er zugleich neuen Rückenwind nach einer Phase, in der die Band nicht überall gleichermaßen erfolgreich gewesen war.
1986 folgte mit „A Kind of Magic“ und der dazugehörigen Magic Tour ein weiterer Höhepunkt. Die Tour endete am 9. August 1986 in Knebworth und wurde zum letzten Konzert von Queen in der klassischen Besetzung mit Freddie Mercury.
Die Achtzigerjahre zeigen deshalb besonders deutlich, was Queen auszeichnete. Die Band war bereit, ihren Stil zu verändern, Risiken einzugehen und sich nach schwächeren Phasen neu zu behaupten. Am Ende des Jahrzehnts standen Queen nicht einfach für eine bestimmte Form von Rockmusik, sondern für musikalische Vielseitigkeit, große Songs und eine Bühnenpräsenz, die nur wenige Gruppen ihrer Zeit erreichten.
Quellen
▪︎ Queen Online: „About Queen“
▪︎ Queen Online: „Queen Live Archive 1985“
▪︎ Official Charts Company: „Radio Ga Ga – Queen“
▪︎ Official Charts Company: „Queen’s bestselling singles on the Official UK Singles Chart“
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